Reisebericht: Auf Spurensuche in Niedersachsen Teil I

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Reisebericht: Auf Spurensuche in Niedersachsen Teil I
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Björn offline
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Reisebericht: Auf Spurensuche in Niedersachsen Teil I
Auch dieses Jahr habe ich mich aus persönlichen Gründen gegen den Urlaub an der Mittelmeerküste in Kroatien entschieden. Stattdessen habe ich mich mit meinem SchülerFerienTicket auf Suche nach Relikten der Dampflokzeit in Norddeutschland begeben.

Reisebericht Urlaub 2011: Auf Spurensuche in Norddeutschland

Teil I von III

Tag 1, Emsland, Samstag, 09. Juli 2011
Meinen Reiseplan für diesen Tag gibt es als pdf-Datei hier zum Download.
Bereits der erste Tag hatte es in sich. Es ging immerhin über 300 km in nordwestliche Richtung. In Witzenhausen nutze ich den ersten Cantus des Tages in Richtung Göttingen, um 06:20. Nach einer kurzen Fahrzeit von nicht mal 30 Minuten erreichte ich Göttingen, und stieg dort um in den Metronom. Dieser brachte mich bis Hannover Hbf. Dort hatte ich eine Dreiviertelstunde Zeit zum Umsteigen, ich nutze diese Zeit zum „Frühstücken“ im Burger King und um etwas Geld von meinem Konto abzuheben. Dann ging es auch schon weiter im RegionalExpress Richtung Rheine. Der Zug war gut gefüllt, und ich war froh noch einen Sitzplatz ergattert zu haben. In Porta Westfalica konnte das Kaiser-Wilhelm-Denkmal aus dem Zug heraus fotografisch festgehalten werden:
[Bild: 100_5774.JPG]
Ich nutzte den Zug bis Osnabrück, dort war erneutes Umsteigen notwendig. Diesmal in die NordWestBahn Richtung Wilhelmshaven. Die Fahrt dauerte nochmal rund eine Dreiviertelstunde und dann, um 11:44, hatte ich mein erstes Etappenziel, Essen (Oldb), erreicht. Der Bahnhof von Essen (Oldb) bestand nur aus zwei Gleisen und einem kleinen Inselbahnsteig. Wenn ich am Bahnhof keinen Aushang über die Museumsbahn gefunden hätte, hätte ich bezweifelt, ob ich tatsächlich am richtigen Bahnhof bin. Ich schlenderte ein wenig durch die Stadt und nahm dann mein Mittagessen in Form eines riesigen Tellers Spaghetti Bolongnese, in einer kleinen Imbissbude ein. Falls ihr mal nach Essen/Oldenburg kommen solltet, ich kann euch den Imbiss neben dem Edeka-Neukauf-Geschäft an der Hauptstraße nur empfehlenDaumen hoch.
Um 13:00 fuhr dann der Dampfzug der Eisenbahnfreunde Hasetal im Essener Bahnhof ein.
[Bild: 100_5776.JPG]
Bespannt war der Zug erwartungsgemäß mit der vereinseigenen Dampflokomotive „Niedersachsen“ einer Henschel-Werklok vom Typ Bismarck.
[Bild: 100_5782.JPG]
Mit einer ordentlichen Rauchfahne setzte die Lokomotive dann um, und man hatte genug Zeit sie ihn ihrer vollen Pracht zu bewundern.
[Bild: 100_5779.JPG]
[Bild: 100_5783fake.JPG]
Und auch für ein Konfrontationsbild mit der modernen NordWestBahn war Zeit.
[Bild: 100_5791.JPG]
Durch meine frühe Ankunft konnte ich mir einen guten Platz aussuchen, das war auch notwendig, denn Zug war ziemlich voll. Um kurz vor 14 Uhr ging es dann los und kurz nach Verlassen des Bahnhofs wurde auf die Strecke der Museumsbahn eingeschwenkt.
[Bild: 100_5796.JPG]
Es folgte nun eine gemütliche Fahrt durch das wunderschöne Hasetal, das sehr durch die Landwirtschaft geprägt ist.
[Bild: 100_5798.JPG]
Nach rund anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir den Bahnhof Haselünne, in dem auch die Lokomotiven der Museumsbahn untergebracht sind.
[Bild: 100_5799.JPG]
Normalerweise hätte ich mich in dem Bahnhof während der halben Stunde Aufenthalt etwas umgesehen, aber leider fing es an aus Eimern zu regnen, und nach dem ich dieses Bild im Kasten hatte, verkrümelte ich mich im schönen, trockenen Zug.
[Bild: 100_5801.JPG]
Nach dem Bahnhof von Haselünne wurde der Zug bedeutend leerer, in meinem Waggon saßen nur noch ich und ein älteres Ehepaar. Dabei war der Streckenabschnitt bis zum Endbahnhof Meppen auch nicht zu unterschätzen.
[Bild: 100_5804neu.JPG]
Im Bahnhof Vormeppen standen diese zwei V100 die für den Güterverkehr auf der Hasetalstrecke zuständig sind.
[Bild: 100_5806.JPG]
In einer langen Linkskurve wurden die letzten Kilometer bis zum Endbahnhof Meppen zurückgelegt.
[Bild: 100_5807neu.JPG]
Dort wurde wieder umgesetzt und dann brach der Zug ohne mich zurück nach Haselünne auf.
[Bild: 100_5809.JPG]
[Bild: 100_5811.JPG]

Meppen liegt an der elektrifizierten Hauptstrecke Leer – Rheine und weißt ein sehr schönes Bahnhofsgebäude auf.
[Bild: 100_5808fake.JPG]
Das Bahnhofsgebäude ist aber auch das einzige schöne an dem Bahnhof, die Unterführung ist voller Müll, Graffiti und stinkt nach Urin und die Bahnsteige haben ihre beste Zeit auch schon hinter sich.
Pünktlich um 10 vor 6 fuhr mein RegionalExpress ein, den ich bis Rheine nutzte, und stieg dort wieder in den nächsten RegionalExpress nach Hannover. In diesem RegionalExpress begegnete mir übrigens der erste Zugbegleiter des Tages (mal abgesehen von dem Sonderzug). In Hannover gings wieder in den Metronom, welcher mich pünktlich nach Göttingen brachte. In Göttingen wollte ich den letzten Cantus in Richtung Zuhause nutzen, aber streikbedingt fiel dieser aus. Da der Service-Point um diese Uhrzeit nicht mehr geöffnet hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Vater aus dem Bett zu klingeln, und ihn damit zu beauftragen, mich mit dem Auto aus Göttingen abzuholen. grimmig Dafür kriegt Cantus in naher Zukunft eine schöne Beschwerde von mir aufgedrückt.
Tag 2, Weserbergland und Harzvorland, Sonntag, 10. Juli 2011
Meinen Reiseplan für diesen Tag gibt es als pdf-Datei hier zum Download.
Heute sollten gleich 2 Museumsbahnen an einem Tag besucht werden. Deshalb war der heutige Tag vollgestopft mit zeitlich sehr knappen Anschlüssen. Ich nahm den ersten Cantus des Tages nach Göttingen. Dieser fuhr auf die Minute pünktlich, sodass der 8-Minuten-Anschluss in Göttingen auf den ICE ohne Probleme klappte. Ich hatte mich für den ICE entschieden, da ich sonst keine Möglichkeit gehabt hätte rechtzeitig bei der ersten Museumsbahn zu sein. Dank meiner BahnCard25 und den Sparpreisangeboten der Bahn war das Ganze auch gar nicht so teuer. Mit Tempo 250 km/h jagte ich dann mit dem ICE1 über sie Schnellfahrstrecke in Richtung Hannover. Der Zug war ziemlich leer und ich konnte ein ganzes Abteil für mich alleine beanspruchen. Umso mehr hat es mich gewundert, dass in den 30 Minuten, die die Fahrt gedauert hat, kein Zugbegleiter meine Fahrkarten kontrolliert hat. Pünktlich war der Zug in Hannover, was mich ebenfalls wunderte, denn sonst bin ich von Fernzügen mindestens eine Viertelstunde Verspätung gewöhnt. In Hannover Hbf stieg ich dann in die S-Bahn-Linie 1 um. Der Zustand der S-Bahn-Züge in Hannover ist unter aller Sau. Überall liegen Essenreste herum und es ist schwierig ein Fenster zu erwischen, auf dem niemand seinen Namen eingekratzt hat. Immerhin war auch dieser Zug pünktlich, so dass ich um 09:07 Stadthagen erreichte. Vorher hatte ich aber noch eine Begegnung mit dem Dampfzug, kurz hinter dem Bahnhof Wunstorf. Ich wusste zwar, dass die Museumsbahn laut Fahrplan auch bis Wunstorf fährt, aber im Internet hatte mir jemand gesagt aufgrund von Bauarbeiten entfallen die Dampflokfahrten auf den DB-Gleisen. Ich ärgerte mich nicht darüber, immerhin hatte ich auf die Art und Weise Geld gespart. :-) Ein Abstellgleis auf dem Stadtplan von Stadthagen erwies sich als Museumsbahnstandort und mit wenigen Minuten Fußweg konnte ich diesen erreichen. Ein paar Menschen standen zwischen den heruntergekommen, ausgemusterten Wagen und Lokomotiven herum, und von diesen erfuhr ich, dass auch von diesen Gleisen auch der Dampfsonderzug fahren wird.
[Bild: 100_5818.JPG]
Es war ungefähr Viertel nach 9, und laut dem Plan im Internet sollte der Zug um 10:10 fahren. Ich stand am Bahnsteig und wartete, und wartete, und wartete, und wartete. Um 10:20 ließ sich der Dampfzug immer noch nicht blicken. Ich dachte bedenklich an den 10-Minuten-Anschluss den ich im Endbahnhof Rinteln zwischen dem Dampfzug und der normalen Bahn hatte, und an die Worte, die mir vorher von der Dampfeisenbahn Weserbergland auf Anfrage per E-Mail übersandt worden. „Unsere Züge sind meist laut Plan in Rinteln“. Es war zirka halb 11 als der Dampfzug mit der Lok 52 8038 endlich am Bahnsteig einrollte.
[Bild: 100_5819.JPG]
Ich erfuhr, dass der Zug tatsächlich nach Fahrplan pünktlich fuhr – nur leider nicht nach dem Fahrplan den die D.E.W. auf ihrer Internetseite veröffentlicht hatte. Da ich aber mit so einem Fall gerechnet hatte, hatte ich mir auch einen Ersatzplan aufgestellt, der hieß dass ich noch etwas länger mit der 52 durchs Weserbergland fahre, und dann einen Zug Richtung Derneburg aufsuche, mit dem ich zumindest noch einmal die T3 der anderen Museumsbahn sehen kann, wie sie in den Bahnhof einfährt, umsetzt, und auch wieder abrauscht.
Der Dampfzug war gut gefüllt, und da ich mir in Richtung Rinteln leider keinen Fensterplatz erkämpfen konnte, gibt es von der Hinfahrt auch keine Bilder. Dieses Bild entstand in Rinteln:
[Bild: 100_5820.JPG]
Die Lok zog den Zug vom eingleisigen Haltepunkt zurück in den Güterbahnhof zum Umsetzen:
[Bild: 100_5822.JPG]
Auf der Rückfahrt konnte ich dann doch noch ein freies Fenster finden und es entstand dieses, wie ich finde sehr reizvolles, Bild:
[Bild: 100_5831.JPG]
Zurück in Stadthagen verließen die meisten Fahrgäste den Dampfzug. Dort entstand auch dieses Foto:
[Bild: 100_5836.JPG]
In Stadthagen gab es Probleme mit der Dampflok, denn die Luftpumpe funktionierte nicht richtig. Anscheinend war etwas daran heißgelaufen. Das Personal wusste aber sich gut zu helfen, und montierte das Teil einfach kurzer Hand ab, und tauchte es in die eigenen Wasservorräte der Lok ein. Das Teil wurde wieder angeschraubt, und mit fast einer Stunde Verspätung konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Der Zug war jetzt fast leer, und ich setzte mich in den ersten Wagen und war gefesselt von der Power, die die 52er auf der ICE-Strecke zwischen Stadthagen und Wunstorf freisetzte.
[Bild: 100_5845.JPG]
[Bild: 100_5848neu.JPG]
[Bild: 100_5852.JPG]
Gegen 14:40 war Wunstorf erreicht, und die Lokomotive setzte erneut um:
[Bild: 100_5855.JPG]
Auch hier entstand ein schönes Kontrastbild mit einem RegionalExpress Rheine – Hannover:
[Bild: 100_5856.JPG]
Auf dem viel befahrenen Bahnhof wurde zügig umgesetzt:
[Bild: 100_5857.JPG]
Vor der Rückfahrt heizte der Heizer noch einmal richtig ein, um auch genügend Dampfdruck für die Rückfahrt über die ICE-Strecke zu haben.
[Bild: 100_5860.JPG]
Ich nutze in Wunstorf die nächste S-Bahn in Richtung Hannover. Im mir mittlerweile schon gut bekannten Hannoveraner Hauptbahnhof setzte ich über in einen Regional-Express in Richtung Bad Harzburg. Dieser bestand aus einer Diesellok BR218 und Rotlingen. Für mich war es eine absolute Premiere mit einem diesellokbespannten Zug im Nahverkehr zu fahren. In Derneburg stieg ich aus. Derneburg war ein Bahnhof mit zwei Bahnsteigen. Ich konnte mir nicht denken, wo hier der Dampfzug einfahren sollte, aber ich wurde ja schon am Vortag überzeugt, dass so etwas möglich ist. Ich war gerade dabei, meine Fotoausbeute zu betrachten, als sich plötzlich und völlig unerwartet von Hinten die 89 7513 näherte, auf einem Gleis, dass so zugewachsen war, dass ich dachte, es sei stillgelegt. In Derneburg musste die kleine wieder T3 umsetzen.
[Bild: 100_5864.JPG]
[Bild: 100_5865.JPG]
Und die T3 nochmal vor ihrem gesamten, sehr schönen Länderbahnzüglein:
[Bild: 100_5871.JPG]
Gegen 17:10 verließ die Dampflok Derneburg dann wieder, auch die Ausfahrt wurde fotografisch festgehalten:
[Bild: 100_5873.JPG]
Wenig später fuhr dann auch mein Zug nach Hause ein, wieder eine 218 mit Rotlingen. Ich fuhr bis Sarstedt mit, setzte mich dort in den allseits bekannten Metronom nach Göttingen, und in Göttingen fuhr um 21:18 ausnahmsweise mal ein Cantus nach Hause, sodass ich um 21:37 zu Hause war.
Meine Tour durch Norddeutschland ist noch nicht beendet und wird vorrausichtlich am Mittwoch, den 13. Juli fortgesetzt. Ich werde aber danach erst einmal keine Möglichkeit haben, den Reisebericht fortzuführen. Ihr könnt mit Teil 2 und 3 des Reiseberichts in etwa anderthalb Monaten rechnen.
12.07.2011, 15:27 Uhr
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